Wir über uns
Zielvorstellungen der Initiative 9. November e.V.
Die Initiative 9. November ist eine 1988 gegründete Bürgerinitiative, die seither bestrebt ist, die einzigartige Bedeutung des Bunkers Friedberger Anlage 5/6 in Frankfurt herauszuarbeiten und als ein bedeutendes historisches Dokument eines kritischen Zeitabschnittes der Sozialgeschichte der Frankfurter Stadtgesellschaft darzustellen. Auf einmalige Weise verdichten sich hier vielfältigste historische Spuren der Gründung und Vernichtung einer jüdischen Glaubensgemeinschaft. Aus ihnen lässt sich umfassender als zumeist anderswo die Geschichte der Juden im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts im Kontext der sozialen und sozio-kulturellen Entwicklung der Frankfurter Stadtgesellschaft ablesen und darstellen.
Speziell die Geschichte der hier einstmals beheimateten Austrittsgemeinde von Samson R. Hirsch, der auf dem alten jüdischen Friedhof an der Rat-Beil-Straße begraben ist, erweist sich rückblickend als Teil eines jüdischen „Verbürgerlichungsprojektes“, das – eingebettet in die Stadtgeschichte Frankfurts – diese maßgeblich verändert hat und von seinem Ansatz her zu Emanzipation und Integration der jüdischen Bürger Frankfurts entscheidend beizutragen versprach. Aus diesem Scheitern sind Lehren zu ziehen. Das Erinnern und Verstehen vergangener Ereignisse, wie sie z.B. an diesem Ort statthatten, ermöglicht Schlussfogerungen, wie aktuelle soziale Konflikte unserer zunehmend globalisierten Gesellschaft in Zukunft besser gelöst werden können.
Das Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main unterstützt die Initiative 9. November e.V. mit einer institutionellen Förderung.