Am 9. November 2025 haben wir eine neue Ausstellung zur Zerstörung der Synagoge an der Friedberger Anlage eröffnet. Dr. Ulrike Müller-Weil, ursprünglich selbst Besucherin unserer Ausstellungen, hat zum Pogrom in Frankfurt und dem Brand der Synagoge an der Friedberger Anlage Quellen und Berichte ausgewertet und mit Hilfe von unserem Mitglied Thomas Klein (Layout) auf vier Ausstellungstafeln dokumentiert.
Die schriftliche Fassung der Dokumentation ist ab sofort hier zu finden.
Vortrag von Pfarrer Daniel Fricke (Evangelisch-reformierte Gemeinde Frankfurt)
Pfarrer Otto Fricke (1902-1954) wird oft vor allem mit einem singulären Aspekt seines Wirkens verbunden: Entweder mit der Bücherverbrennung 1933 auf dem Römerberg oder dem Entstehen der Siedlung Heilsberg in Bad Vilbel nach dem Krieg. Das hat einen Grund. Sein Leben und Wirken verliefen selten linear, sondern immer wieder im vollen Einsatz für eine Sache. Im Zentrum des Vortrages steht vor allem Otto Frickes Verhältnis zum Judentum und zu Christen jüdischer Herkunft. Mit dem Bockenheimer Netzwerk, das Juden zur Flucht verhalf, war er bestens bekannt. Genauso mit dem führenden Rasseforscher Ottmar von Verschuer, für den er einen Persilschein schrieb. Sein Großneffe Daniel Fricke versucht diese und andere widerstreitenden Seiten von Otto Fricke aufzuzeigen und mit seinen Rechercheergebnissen neu zu beleuchten.
Dondorf-Druckerei, 2og:dondorf, Gabriel Riesser-Weg 3, 60325 Frankfurt
Jüdische Geschichte Sichtbar machen – Die Synagoge in der Unterlindau 23
Ein Projekt mit Konfirmandinnen und Konfirmanden der Evangelisch-reformierten Gemeinde Frankfurt 2024-2025
Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse eines Projekts von Konfirmandinnen und Konfirmanden, die sich mit der fast vergessenen Synagoge in der Unterlindau 23 beschäftigt haben. Geforscht wurde sowohl zum Gebäude selbst als auch zu Menschen, die mit der Synagoge verbunden waren. Auf 9 Roll-Ups und mit einigen Exponaten der Rekonstruktionen werden die beeindruckenden Ergebnisse präsentiert. Vor allem die maßstabsgetreuen analogen und digitalen Rekonstruktionen ermöglichen ein lebendiges Bild, wie die Synagoge ausgesehen haben kann, von der leider keine Fotografien mehr existieren. Gearbeitet wurde unter anderem mit Klemmbausteinen, aber auch digitalen Hilfsmitteln (z.B. Minecraft oder Architektursoftware). Neben allgemeinen Informationen zur Synagoge werden in der Ausstellung auch Ausschnitte aus einem Rundgang durch das Westend gezeigt, der unter anderem den Rabbiner Dr. Jakob Horovitz den Blick nimmt.
1893 war die Synagoge als erste Synagoge im Westend als Teil der israelitischen Religionsschule gebaut worden. 1926 wurde sie dann durch ihre intensive Nutzung erweitert und durch den Weltkrieg komplett zerstört. Heute erinnert nur noch eine Gedenktafel an den ursprünglichen Standort.
Eine Konfirmandin sagt im Rückblick: „Die Synagoge zu rekonstruieren war, als würde man ihr ein neues Leben geben. Das Thema hat mich wirklich berührt und ich finde es immer noch unglaublich, dass man jeden Tag einfach so an der Gedenktafel vorbeigelaufen ist, ohne sich Gedanken über die Geschichte dahinter zu machen. Umso mehr bin ich froh, diese Synagoge noch einmal zum Leben zu erwecken und über sie Bescheid zu wissen.“
Eine Publikation zum Projekt ist erhältlich.
Unterstützt und gefördert wurde das Projekt u.a. durch die Jüdische Gemeinde Frankfurt, das Buber-Rosenzweig-Instituts (Synagogengedenkbuch Hessen), den Ortsbeirat 2 und das Kulturdezernat der Stadt Frankfurt am Main.
„Ich will sprechen über die Wahrheit, die dort war“
Diese Ausstellung, die erstmals 2023 im Frankfurter Studierendenhaus gezeigt wurde, betrachtet den Frankfurter Auschwitzprozess vor allem aus der Perspektive der Opfer, die als Zeuginnen und Zeugen aussagten und die es oft große Überwindung kostete, vor Gericht davon zu berichten, was ihnen angetan wurde.
Eine Kooperation des Ausstellungskollektivs, der Initiative 9. November e.V. und des Fördervereins des Fritz Bauer Institut.
Eröffnung der Ausstellungen: Sonntag 3. Mai 2026 um 17:00 Uhr.
Bunker Friedberger Anlage 5-6, 60314 Frankfurt
Die beiden Ausstellungen sind bis Ende November 2026 zu sehen.
Mit unserem Engagement möchten wir insbesondere junge Menschen erreichen und sie für die Bedeutung historischer Verantwortung, demokratischer Werte und solidarischen Handelns sensibilisieren. Durch Ausstellungen, Führungen, Vorträge und Gedenkveranstaltungen konnten wir erneut einen wichtigen Beitrag zur Auseinandersetzung mit der Geschichte des Nationalsozialismus und zur Bewahrung des kulturellen Gedächtnisses in Frankfurt leisten. Der folgende Bericht gibt einen Überblick über unsere Aktivitäten, Veranstaltungen und Schwerpunkte im Jahr 2025.
1. Ausstellungen
Während der Öffnungszeiten vom 27. April bis 30. November 2025 zeigten wir sechs Ausstellungen:
Synagogen in Deutschland – Eine virtuelle Rekonstruktion
Displaced Persons – Vom DP-Lager Föhrenwald nach Frankfurt am Main
Ostend – Blick in ein jüdisches Viertel
Musik als Form geistigen Widerstands – Jüdische Musikerinnen und Musiker 1933–1945. Das Beispiel Frankfurt am Main
Einige waren Nachbarn (eröffnet am 4. Mai)
Verbrannte Orte (eröffnet am 4. Mai)
Die neue Dauerausstellung „Einige waren Nachbarn“ des United States Holocaust Memorial Museum beleuchtet das Verhalten der Bevölkerung gegenüber verfolgten Minderheiten während der NS-Zeit. Die Ausstellung wurde von uns erweitert um Frankfurter Ereignisse.
Die neue temporäre Ausstellung „Verbrannte Orte“ ist Teil des Gedenkprojekts von Jan Schenck und dem Verein Verbrannte Orte. Sie dokumentiert über 160 Orte von Bücherverbrennungen und zeigt deren heutigen Zustand. Wir ergänzten die Ausstellung um Informationen zu den Ereignissen in Frankfurt und Offenbach sowie zu weiteren Repressalien gegen Kulturschaffende in den 1930er Jahren.
2. Veranstaltungen und besondere Aktivitäten
14. Januar: Pflanzung eines neuen Gedenkbaums für die Widerstandskämpferin Rose Schlösinger. Rednerinnen: Renata Berlin und Elisabeth Abendroth.
27. April: Wiedereröffnung des Bunkers nach der Winterpause mit Führungen zu den Ausstellungen (1), (2) und (3).
4. Mai: Eröffnung der neuen Ausstellungen (5) und (6)
16. Juni: Besuch von Nachkommen ehemaliger Frankfurter jüdischer BürgerInnen im Rahmen des offiziellen Besuchsprogramms der Stadt Frankfurt.
24. Juni: Die 40. Sitzung des Ortsbeirats 4 fand in unseren Ausstellungsräumen statt.
14. September – Tag des Offenen Denkmals: Erstmalige Teilnahme mit Führungen in englischer Sprache. Das große Interesse bestärkt uns, künftig mit erweitertem Rahmenprogramm teilzunehmen.
24. September: Vortrag von Christine Hartwig-Thürmer (Studienkreis Widerstand 1933–1945), Norbert Saßmannshausen und Wilhelm Breder (Freunde Bockenheims e.V.) zur Geschichte der jüdischen Gemeinde Bockenheims und ihrer Synagoge.
2. November: Filmvorführung „Julius Meyer. November 1938“ mit Lesung und anschließendem Gespräch mit Regisseur Heiko Arendt. Der Film thematisiert die Verhaftung des Frankfurter jüdischen Rechtsanwalts und Notars Julius Meyer während des Novemberpogroms 1938.
9. November – Novemberpogrom: Rede von Renata Berlin (Vorstand), musikalische Begleitung durch Pablo Olvera Salvador (Klarinette). Zusätzlich wurde die Rekonstruktion der Synagoge der IRG auf die Bunkerwand projiziert. Eröffnung der neuen Ausstellung zur Zerstörung der Synagoge an der Friedberger Anlage von Dr. Ulrike Müller-Weil.
3. Besucherzahlen, Führungen und Workshops
Insgesamt kamen 2101 BesucherInnen zu unseren Ausstellungen und Veranstaltungen.
Es fanden 125 Führungen statt, darunter 10 Führungen und 17 Workshops für SchülerInnen und Auszubildende mit insgesamt 509 SchülerInnen.
Erstmals Workshops für BeamtenanwärterInnen in Kooperation mit der Stadt Frankfurt durchgeführt.
Fünf Führungen für den VHS-Orientierungskurs für MigrantInnen
Erstmals in Kooperation mit DGB Frankfurt ein Workshop im Rahmen des Bildungsurlaubs durchgeführt.
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